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DIE WOHLTEMPERIERTE ASTRONOMIE. TRANSFORMATIONSBEZIEHUNGEN ZWISCHEN MYTHOS UND MUSIK. HOMMAGE AN CLAUDE LéVI-STRAUSS.

Referenten:

Dr. Michael Kauppert (Jena)
Die Mytholociga von Claude Lévi-Strauss

PD Dr. Ferdinand Zehentreiter (Hanau):
Contrapunctus M - zur Denkbewegung der “Toccata und Fuge” aus dem “Rohen und Gekochten”

Prof. Arne Torger (Weimar)
René Leibowitz: Toccata für Klavier, op.62 (1964)

Prof. Dr. Michael Oppitz (Zürich)
Das Transformationssystem der Schamanentrommel

Im Zentrum der Veranstaltung steht eine musikalisch-mythologische Analogie, die zwischen einem bislang auf Tonträger nicht eingespielten Werk des französischen Komponisten René Leibowitz (1913-1972), der Toccata für Klavier, op. 62 von 1964, und einer Transformationsbeziehung aus dem ersten Band der Mythologica, dem Rohen und Gekochten, von Claude Lévi-Strauss (geb. 1908) besteht. Leibowitz hatte die Toccata komponiert, als er von dem mit ihm befreundeten Lévi-Strauss nach einem musikalischen Vorbild für eine mythische Transformationsbeziehung gefragt wurde, an deren Analyse Lévi-Strauss arbeitete. Zwischen Mythos und Musik einerseits und dem Aufführungsort „Planetarium” andererseits gibt es einen internen Zusammenhang. Das Kapitel aus der Mythologica, der die Leibowitz-Toccata ihre Entstehung verdankt, wurde von Lévi-Strauss als „wohltemperierte Astronomie” überschrieben. Die Mythen, von denen dort die Rede ist, beziehen sich auf die Sternenbilder des Ursprungs des Orion und der Plejaden. Diese Mythen werden einerseits so vorgestellt, wie sie von Lévi-Strauss referiert werden (also mythologisch) andererseits wird die in die Kuppel des Planetariums projizierte Sternenkonstellation auf astronomische Weise erläutert (also wissenschaftlich). Das Klavierstück wird von Prof. Arne Torger (Hochschule für Musik Franz Liszt, Weimar) gespielt, und von PD Dr. Ferdinand Zehentreiter (Goethe-Universität Frankfurt/Hanau) soziologisch und musikwissenschaftlich erläutert. Prof. Dr. Michael Oppitz (Völkerkundemuseum Zürich) wird schließlich am Beispiel der Transformation eines archaischen Musikinstrumentes, der Schamanentrommel, zeigen, inwiefern ein von Lévi-Strauss ausgehender Transformationsbegriff für die ethnologische Forschung heute noch fruchtbar gemacht werden kann.

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Datum/Zeit 09.10.2008, 20:00 - 22:00 Uhr
Ort/Raum Zeiss-Planetarium Jena


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